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Artgerechte Katzenhaltung: Rein oder raus? | Katzen wie wir

Artgerechte Katzenhaltung: Rein oder raus?

Published on: 23. Oktober 2018

Filled Under: Informativ, Tipps für Katzenbesitzer

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„Meine Katze hustet auf einmal so komisch“ oder „meine Katze macht auf einmal überall hin“ sind nur zwei von vielen Hinweisen darauf, dass die ART, deine Katze zu halten nicht gut für sie ist.

Gefahr für Hauskatzen

Katzen, die in einem Menschen-Haushalt leben, ob mit oder ohne Freigang, sind regelmäßig folgenden Gefahren ausgesetzt:

  • Verletzung an scharfen Gegenständen (Messer, Scherben)
  • Vergiftung durch Chemikalien (Putzmittel, Rauch) oder Blumen
  • Quetschungen an Türen und Fenstern

Katzen ohne Freigang leiden zudem häufiger an

  • Langeweile (führt zu Fehlverhalten wie Aggression oder Pinkeln)
  • Erhöhte Haaraufnahme (da Haare nicht an Büschen abgestreift werden)
  • Fehlende Kratzmöglichkeiten
  • Fehlende Sonne (Vitamin D Mangel)
  • Fehlernährung (Zucker, Fett, keine Zahn- und Darmpflege durch Lebendnahrung)

Gefahr für Hauskatzen mit Freigang

Darf eure Katze raus? Bestimmt seid ihr dann voller Sorge wenn euer Liebling nicht zur gewohnten Zeit vor der Tür steht.

Besonders in Städten drohen Katzen viele Gefahren. Sie können z. B.

  • aus größeren Höhen stürzen
  • irgendwo eingesperrt werden (z.B. Keller, Garage, Neubau)
  • angegriffen werden (z.B. von Pilzen, Zecken, Hunden, Vögeln, Katzen)
  • an schlechten Lebensmitteln erkranken (z.B. Schokolade, Abgelaufenes)
  • überfahren oder sogar
  • gezielt Opfer eines Menschen werden (z.B. Katzenhasser, Jäger).

All diesen Gefahren sind Katzen ohne Freigang weniger bis gar nicht ausgesetzt.

Gefahr für Streuner

Viele Katzenschutzvereine berichten zudem, dass die an den Futterstellen versorgten Katzen häufig verletzt sind, an verschiedenen Krankheiten leiden oder zumindest elendig abgemagert aussehen.

Ohne die ehrenamtliche Versorgung mit Medizin, Unterschlupf und Nahrung kämen diese zumeist ausgesetzten und nun streunenden Katzen in der Natur nicht besser klar als ein Hund.

Gefahr für andere Tiere

Auch anderen Tieren drohen eventuell Gefahren durch Freigänger und Streuner, insbesondere einigen Vogelarten sowie einigen Fröschen, Eidechsen, Schlangen und Insekten.

Peter Bertold vom Max-Planck-Institut zum Beispiel behauptet, dass Katzen für das Aussterben von bereits 33 Vogelarten verantwortlich seien.

Experten räumen jedoch ein, dass das nicht für den Lebensraum Deutschland gilt.

Ist ein Hundeleben mehr wert als ein Katzenleben?

Natürlich ist Freigang die artgerechtere Katzenhaltung, doch: Warum gilt das nicht für Hunde, Pferde und viele andere Tiere? Was unterscheidet sie?

Nun: Katzen sind selbständig und kommen draußen gut allein zurecht, sagt man. Aber stimmt das auch?

In Deutschland

  • leben (lt. „Die Zeit“) ca. 12,3 Mio Hauskatzen in einem Menschen-Haushalt und
  • (lt. TASSO) ca. 3 Mio Streuner in sonstigen Unterschlüpfen,
  • (lt. Züricher Tierschutz) die überwiegende Mehrheit in Städten und Stadtnähe
  • sterben (lt Katzenreportage) ca. 300.000 Katzen durch Autounfälle und
  • 50.000 durch Fallen, Jäger und Ähnlichem.

Wenn (lt. Züricher Tierschutz) 70% der Hauskatzen auch Freigänger sind, ergibt sich folgendes Bild:


Ergebnis

Nur 3% der Freigänger kommen durch einen Unfall, Jäger oder eine Falle um, so dass der Katze eine Überlebens-Effektivität von 97% bescheinigt werden muss.

Tatsächlich kommt sie also trotz zahlreicher Gefahren in der freien Wild- und Stadtbahn sehr gut zurecht. Im Schnitt.

Die überwältigende Mehrheit der Streuner dagegen befindet sich in einem äußerst bedenklichen Zustand und ist – entgegen der weit verbreiteten Meinung „Katzen kommen schon alleine klar“ – ohne die Hilfe des Menschen einem verbittertem Kampf gegen Hunger, Krankheit und Tod ausgesetzt.

Wichtig! Auch wenn es schön klingt, dass Katzen Überlebenskünstler sind, die Ergebnisse zeigen auch, dass jedes Jahr weit über 200.000 Freigänger-Hauskatzen überfahren werden.

Die meisten dieser Katzen hinterlassen wahrscheinlich einen Menschen, der sie liebt, sie einfach nur zurück haben will und der schmerzhaft die erzwungene Trennung verarbeiten muss.

Auch den Ehrenamtlichen und helfenden Menschen auf der Straße, die so einen Unfall hautnah miterleben bzw. die sterblichen Überreste einer angefahrenen Katze entfernen, geht dabei ein Riss durch’s Herz.

Daher lässt sich die Forderung vieler Betroffener, keiner Katze mehr den Freigang zu erlauben, gut nachvollziehen.

Fazit

1. Spendet mehr an den Katzenschutz und die Katzenhilfe oder engagiert euch selbst.

2. Natürlich ist es nicht richtig, eine Katze, die die Freiheit draußen gewöhnt ist, plötzlich zu einer reinen Hauskatze erziehen zu wollen.

Sie würde Jahre in der nicht erfüllten Sehnsucht nach der großen Freiheit hinter dem Fenster schmollen.

Aber eine Katze, die das „Draußen“ nie kennengelernt hat, vermisst auch nichts, sofern der Mensch für genügend Stimulation der Katzensinne sorgt und die Gefahren für Hauskatzen im Griff hat, heißt:

  • Gegenstände, die bei Aufprall in Scherben springen (Glas, Ton), meiden oder absichern
  • Giftige bzw. unangenehme Putzmittel meiden (Chemikalien, Alkohol, Zitrusduft) (siehe Tierfee – Ökologischer Universalreiniger für Tierhaushalte)
  • Giftige Blumen meiden (immer VOR dem Kauf informieren)
  • Türen und Fenster gegen Quetschungen sichern (mit Keilen)
  • Erhöhter Haaraufnahme mit Malzpaste entgegenwirken
  • Flache und senkrechte Kratzmöglichkeiten schaffen
  • Für Spiel, Spaß, Aufmerksamkeit, (Sonnen)Licht und Liebe sorgen
  • Abwechslungsreich füttern

Unsere Katzen würden jetzt sagen: „Vor allem der letzte Punkt !!!“

In diesem Sinne

Servus

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