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Kastration Katze | Katzen wie wir

Kastration Katze

Published on: 15. Januar 2018

Filled Under: Informativ, Katzen gesund pflegen

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Bei der Kastration werden die Eierstöcke / Hoden der Katze komplett entfernt. Menschen andererseits lassen sich „nur“ die Eileitern / Samenstränge durchtrennen oder abbinden (Sterilisation).

Die Katze sterilisieren zu lassen führt sehr häufig zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Eierstockzysten, daher werden Katzen kastriert und nicht sterilisiert.

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Kosten der Kastration

Kann man Bedürftigkeit nachweisen, teilen viele Tierheime und insbesondere Katzenschutzvereine gerne 50%-Gutscheine aus, so dass die Kastration

  • einer weiblichen Katze (Kätzin) 120 € (mit Gutschein nur 60 €) und die
  • einer männlichen Katze (Kater) 90 € kostet (mit Gutschein nur 45 €).

Die Operation einer Kätzin dauert länger, kostet mehr Betriebsmittel und setzt eine größere Fachkenntnis voraus, ist insgesamt also aufwendiger als bei einem Kater und daher teurer.

Die Bedürftigkeit könnt ihr übrigens mit einem Leistungsbescheid des JobCenters oder ähnlichen Dokumenten nachweisen. Ruft am besten direkt im Heim oder Katzenschutz an und fragt nach, ob und wann solche Gutscheinaktionen unter welchen Bedingungen stattfinden.

Vorteile der Kastration

Eierstöcke / Hoden produzieren Stoffe, die den Körper und/oder das Verhalten der Katze verändern (Hormone) und sogar Krankheiten auslösen können. Durch eine Kastration werden diese Veränderungen unterbunden.

Kater

Kater urinieren vor Dinge, um ihr Revier zu markieren. Sie sind aggressiv und legen sich häufig mit anderen Katern an. Bei Streitigkeiten um eine Katzendame oder ein Revier zerfleischen sie sich regelrecht. Zudem sind die Schreie der Kater bei den Kämpfen und ihr Minnesang beim Buhlen um Aufmerksamkeit von Auserwählten sehr laut.

Durch eine Kastration werden Kater ruhiger, verschmuster und zeigen vermindertes Interesse an Revier- und anderen Kämpfen.

Kätzin

Solange die Kätzin bereit zur Paarung ist, reibt sie sich häufig an Gegenständen und rollt seitwärts auf dem Boden hin und her. Daher kommt der Begriff Rolligkeit (Paarungsbereitschaft). Zudem streckt sie euch das Hinterteil entgegen und schlimmer noch: sie verwandelt sich in eine untalentierte Opernsängerin. Da kann es die ganze Nacht schauerliche Geräusche regnen, fast wie unter Schmerzen schreiende Menschenbabys an einem Megaphon.

Durch eine Kastration werden Kätzinnen nicht mehr rollig und stellen ihre nächtlichen Arien ein.

Katze, Überbevölkerung

Im Durchschnitt

  • werden Hauskatzen ab dem 6. Lebensmonat geschlechtsreif,
  • können 2 Mal im Jahr 5 Katzenbabys gebären,
  • von denen 2 weibliche (Kätzinnen) und 2 männliche (Kater) überleben.

Spinnt man diesen Gedanken fort, können aus einer einzigen Kätzin innerhalb von nur 15 Jahren über 3 Milliarden Katzen hervorgehen. Theoretisch. (siehe Grafik)

Im Vergleich dazu umfasste die Weltbevölkerung Ende 2016 etwa 7,5 Milliarden Menschen.

Bei einer Überbevölkerung deckt das Nahrungsangebot nicht den Bedarf der Katzen. Revier-, Nahrungs- und Überlebenskämpfe häufen sich. Das Immunsystem der hungernden Katzen wird schwach, Krankheiten brechen epidemisch aus.

Das bleibt dann an uns Menschen hängen. Tierheime müssen mehr Platz schaffen und mehr Nahrung/Medizin beschaffen. Tierschutzvereine müssen häufiger ausrücken, um streunende Katzen einzufangen. Eventuell müssen medizinische Produkte zur Abwehr von übertragbaren Krankheitserregern entwickelt werden.

Durch eine Kastration (insbesondere von Freigängern) wird der Überbevölkerung von Katzen entgegengewirkt.

Katze, Gesundheit

Auch wurde nachgewiesen, dass kastrierte Katzen im Schnitt doppelt so lange leben wie nicht kastrierten Katzen. Fehlen die Eierstöcke / Hoden, produzieren sie keine Hormone mehr, die zu tödlichen Erkrankungen führen können, wie z. B. dem Milchleistenkrebs.

Nachteile der Kastration

Dass manch eine Katze nach der Kastration übergewichtig wird, ist meistens dem Menschen geschuldet. Kastrierte Katzen verbrauchen bis zu 30 % weniger Energie. Füttert man wie gewohnt weiter, legen sie natürlich zu.

Weil sich kastrierte Katzen weniger bewegen und eventuell sogar übergewichtig werden, leiden sie häufiger an Harnsteinen und Erkrankungen der Harnwege.

Während sich das Schmusebedürfnis nach der Kastration bei einem Kater oft erhöht, ist bei einer Kätzin meist das Gegenteil der Fall, es verringert sich.

Zudem birgt jede Operation das Risiko zu sterben oder zumindest Komplikationen auszulösen.

Dabei hängt die Sterblichkeit von Katzen unter Anästhesie entscheidend ab von ihrem aktuellen Gesundheitszustand (Risikoklasse der Amerikanischen Sozietät der Anästhesiologen ASA), wie die folgende Abbildung zeigt.

Dass Katzen

  • nach einer Kastration nicht mehr wachsen,
  • 1 Mal geworfen haben müssen, um Krankheiten abwehren zu können,
  • 1 Mal rollig gewesen sein müssen, um ein gutes Sozialverhalten an den Tag zu legen oder
  • Geschwister sich sowieso nicht untereinander paaren

hat sich durch zahlreiche Beobachtungen und Studien widerlegen lassen.

Alternative zur Kastration

Gemeint ist eine (chemische) Hormonbehandlung der Kätzin, um bei ihr eine Scheinträchtigkeit herbeizuführen.

Wenn die Kätzin von einer Trächtigkeit (Schwangerschaft, Gravidität) ausgeht, selbst wenn nur chemisch herbeigeführt, stellt sie die Rolligkeit ab. Sehr bald wird sie jedoch territorial defensiver und insgesamt „unnahbarer“ für den Menschen. Hormonbehandlungen ersetzen demnach ein negatives Verhalten (Rolligkeit) durch ein weniger negatives Verhalten (Unnahbarkeit).

Übrigens lässt sich bei manchen Kätzinnen derselbe Effekt durch intensives Streicheln erzielen, also ohne Einsatz einer Hormonbehandlung. Die Kätzin verwechselt das intensive Streicheln mit einem Deckakt, so dass ihr eigener Körper die entsprechenden Hormone ausschüttet, die normalerweise nach dem Deckakt ausgeschüttet werden und die Rolligkeit beenden.

Fortpflanzungszyklus der Katze

Interessant in diesem Zusammenhang ist der Sexualzyklus von Katzen. Im Gegensatz zu Menschen haben sie keinen regelmäßigen Eisprung und Blutungen, sondern sie sind über längere Perioden im Jahr einfach bereit und lösen direkt beim Akt einen Eisprung aus, also wenn sie gedeckt werden (Deckakt).

Was man bei Katzen als Rolligkeit bezeichnet, heißt im Allgemeinen Brunft oder Brunst (Östrus). Bei Katzen wird die Brunst in 4 Phasen unterteilt:

  1.  Vorbrunst (Proöstrus): die Gebärmutter wird saftiger und die Kätzin attraktiver.
  2. Brunst (Östrus): die Vulva ist geschwollen und die Kätzin rollig und deckbereit.
  3. Zwischenbrunst (Diöstrus): die Gebärmutter ermöglicht das Einnisten eines Fötus und die Rolligkeit verschwindet.
  4. Nichtbrunst (Anöstrus). Pause ohne sexual-hormonelle Aktivität.

In der folgenden Abbildung sind die 4 Phasen, ihre Dauer und der Hormonhaushalt bei schwangeren und nicht schwangeren Kätzinnen dargestellt.

In erster Linie bewirkt dabei

  • Östradiol, dass die Eizellen reifen und springen, sich der Muttermund öffnet und der Geschlechtstrakt feucht und gut durchblutet ist,
  • LH (Luteinisierendes Hormon), dass sich ein Zellhaufen bildet (Gelbkörper), der wiederum Progesteron produziert,
  • Progesteron, dass sich der Muttermund wieder schließt und die Gebärmutter auf das Tragen von immer größer werdenden Katzenbabys vorbereitet, indem ihre Schleimhaut besser durchblutet und muskulöser wird und
  • Relaxin, dass der Gebärmutterhals auf die Geburt vorbereitet wird, indem es ihn entspannt.

Bei einer Hormontherapie wird der Kätzin während der Brunst Progesteron verabreicht und so die Zwischenbrunst und damit eine Scheinträchtigkeit eingeleitet.

Möchte man seinen Liebling davor schützen, zum Eunuchen oder weiblichen Kastrat zu werden, z. B. bei Katzen, die zur Zucht gebraucht werden, sollte man im Fall reiner Wohnungs-/Hauskatzen damit leben können auch ohne eine Hormonbehandlung einzusetzen. Bei Freigängern sollte man es sich besser überlegen und die Gründe kennen, die für eine Kastration insbesondere bei Freigängern sprechen.

Ablauf der Kastration

Die gesamte Operation ist an einem Tag erledigt, so dass die Katze noch am selben Tag abgeholt werden kann. Sie besteht in der Regel aus folgenden Schritten:

  • Essensverbot ab 9 Stunden vor der OP (trinken darf sie noch)
  • Untersuchung ihrer Narkosetauglichkeit
  • Narkose und Augensalbe, damit ihre Augen nicht austrocknen
  • Chirurgischer Eingriff
  • Aufwachbox (warm und weich)
  • Nachsorge
  • Nachbehandlung (z. B. Fäden ziehen)

Der 6. Punkt Nachsorge bedeutet während der nächsten 1-2 Tage konkret

  • Vermeidung von Stress, Sprüngen oder Klettereien,
  • Handtücher, falls sie das Katzenklo nicht schnell genug findet und
  • Halskrause, falls sie ständig an der Wunde leckt.

Ok, ab hier beginnt der Teil für Leute, die keine Scheu vor Beschreibungen chirurgischer Eingriffe haben.

Kätzin

  • Rückenlage
  • Unterbauch rasiert / desinfiziert
  • Schnitt (1-2 cm)
  • Eierstock fixiert, abgebunden, entfernt
  • Wunde mit Faden verschlossen (nach 10 Tagen entfernt)

Kater

  • Hodensack rasiert / desinfiziert
  • Schnitt
  • Hoden abgebunden
  • Samenstränge durchtrennt
  • Hoden entfernt
  • evtl. Wunde genäht (heilt oft auch ohne Naht recht schnell)

So, das war es. Wir hoffen, dass wir euch zu einem besseren Verständnis über die Kastration der Katze verhelfen konnten und wünschen weiterhin alles Gute.

 

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