Aggression im Mehrkatzenhaushalt oder die vergessene Identität

Published on: 15. November 2015

Filled Under: Psychologie

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Deine beiden Katzen sind die besten Freunde. Sie spielen miteinander, putzen sich gegenseitig und schlafen ganz eng beieinander. Dann muss eine der beiden zur Routineuntersuchung oder Impfung zum Tierarzt. Nach der Heimkehr folgt statt einem herzlichen Willkommen und Freude plötzlich ein heftiger Kampf. Die Katze, die Zuhause geblieben ist, faucht und greift die andere Katze an. Die beiden besten Freunde sind zu erbitterten Feinden geworden und dein friedvolles Zuhause wurde zum Kriegsgebiet erklärt.

Aggression zwischen Katzen ist immer sehr bedauerlich, sowohl für die Tiere als auch für den Menschen. Ob es nun die Spielaggression, die Streichelaggression oder auch die Aggression gegeneinander ist, es ist immer sehr anstrengend. Um gegen die Aggression anzugehen braucht man viel Geduld und Engagement. Auch die Hilfe von Experten, wie deinem Tierarzt oder einem Katzenpsychologen, muss oft hinzugezogen werden.   Die Gründe für die plötzliche Aggression gegen den Artgenossen sind noch nicht endgültig geklärt und leider ist es auch nicht ganz einfach, diese zu unterbinden.

Mögliche Gründe für die Aggression können sein:

  • Die zurückgekehrte Katze riecht anders. Sie bringt die Gerüche aus der Tierarztpraxis mit. Wenn sie eine Narkose hatte, können die Medikamente die Körperchemie eine Zeitlang verändern, was auch zu einer Veränderung des Körpergeruchs führt.
  • Der Geruch von Alkohol oder anderen Medikamenten kann die zurückgebliebene Katze mit eigenen negativen Erfahrungen verbinden.
  • Die zurückgekehrte Katze hat eventuell während der Fahrt oder der Behandlung ihre Analdrüsen entleert. Dies signalisiert der anderen Katze Furcht und Gefahr.
  • Die zurückgekehrte Katze verhält sich abnormal. Wenn die Narkose noch nicht ganz abgeklungen ist, ist sie noch unsicher auf den Beinen. Dies kann beängstigend für die andere Katze sein und zum Angriff führen.
  • Leider kann diese Art der Aggression sehr bösartig sein und sich letztendlich auch gegen den Menschen richten.

Umgang mit der Aggression:

  • Lass es die Katzen nicht austragen. Katzen lösen ihre Probleme nicht durch Kämpfe.
  • Unterbreche die Konfrontation, aber sorge dabei für deine Sicherheit. Klatsche in die Hände, lenke mit Spielzeug voneinander ab, werfe eine Decke über die Katzen oder separiere sie mit einem großen Stück Pappe
  • Versuche den Aggressor in einen anderen Raum zu treiben und schließe die Tür. Dies gibt beiden Katzen die Chance sich zu beruhigen. Das kann einige Stunden dauern, manchmal aber einige Tage.
  • Versuche keinesfalls die aggressive Katze zu beruhigen, lass sie einfach allein und sich abkühlen. Eine aufgebrachte Katze wird ihre Aggression auch gegen den Menschen richten.
  • Nachdem die Katzen sich beruhigt haben, sozialisiere sie durch den Geruch und die Geräusche des Artgenossen. In manchen Fällen kann es notwendig sein, eine graduelle Wiedereingliederung vorzunehmen, so als würden die beiden sich gerade erst kennenlernen.

Aggressionen vorbeugen:


Niemand weiß mit Sicherheit wie man diese Art der Aggression verhindern kann, aber die folgenden Ratschläge können vielleicht hilfreich sein:

  • Die behandelte Katze sollte sich von der Narkose komplett erholt haben, bevor du sie nach Hause holst.
  • Versuche den Geruch der Tierarztpraxis von der Katze zu entfernen. Dazu kannst du zum Beispiel parfumfreie Baby-Feuchttücher verwenden. Danach reibe zuerst die behandelte Katze mit einer Decke ab, auf der der Geruch von beiden Katzen ist. Dann reibe mit der Decke die andere Katze ab.
  • Halte die Katzen für ein paar Stunden getrennt, damit sie sich an den Geruch und die Geräusche des anderen gewöhnen.
  • Belohne beiden Katzen mit Leckerchen und Streicheleinheiten, wenn sie freundlich zueinander sind.
  • Unterstützend helfen Bachblüten, z. B. Rescue-Tropfen (Notfalltropfen) für die Katze, die zum Tierarzt muss und eine Mischung aus Beech, Holly, Impations, Walnut und Willow für die andere Katze.

Manche Experten empfehlen beide Katzen zum Tierarzt mitzunehmen, auch wenn nur eine der beiden behandelt werden soll. Es gibt keinen Beweis, dass dies der Aggression vorbeugt, ist aber einen Versuch wert, wenn in der Vergangenheit bereits Probleme nach dem Tierarztbesuch aufgetreten sind.

2 Responses to Aggression im Mehrkatzenhaushalt oder die vergessene Identität

  1. josef sagt:

    welche sachen(hausmittel) kann man anwenden um den tierarzt geruch los zu werden seien es hausmittel oder elektronische sachen. es gibt angeblich einen stecker der den fremden geruch beseitigt? wer kann etwas empfehlen. danke im voraus. bitte alles schreiben .danke

    • Hauptadmin sagt:

      Hallo Josef,
      wenn du mehrere Katzen hast und eine davon beim Tierarzt war, besteht das Risiko, dass dieses Tier von den anderen wegen des Geruchs nach Tierarzt angegriffen wird. Wir legen dann immer ein Handtuch ins Auto, womit wir vorher alle drei Katzen mehrmals abgerieben haben. Dieses Handtuch kommt nicht mit in die Praxis und bevor die Katze, die beim Tierarzt war, wieder zu den anderen kommt, reiben wir sie erneut mit dem Tuch ab, um den Geruch des Tierarztes zu überdecken.
      Als elektronisches Mittel fällt mir jetzt nur Feliway ein. Das ist aber kein Geruchsneutralisierer, sondern eine Art „Beruhigungsmittel“ für Katzen. Feliway ist eine Nachbildung des natürlichen Pheromons, welches eine Katze, die sich wohl und sicher fühlt, aussendet. Es kann nicht schaden, den Feliway-Verdampfer vor Tierarztbesuchen in die Steckdose zu stecken. Wir sprühen auch die Transportbox mit dem Feliway Spray ein, damit der Stress während der Fahrt und des Tierarztbesuches reduziert wird.

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